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Wer selbst Kräuter sammeln möchte, um sie als Salat, Gemüse, Smoothie oder Tee unbedenklich zu genießen, sollte sich auch botanisch gut auskennen: Kreuzkraut oder Johanniskraut, Hundspetersilie oder Wiesenkerbel, Schierling oder Wiesenbärenklau, Ackergauchheil oder Vogelmiere -

 

wer die falsche Pflanze erwischt hat u. U. heftige Nebenwirkungen nach dem Verzehr! Bei sommerlichen Temperaturen erwartete die Teilnehmer der mit je 20 Personen ausgebuchten beiden Führungen durch die Aumenauer Flur umfangreiches Fachwissen, "gewürzt" mit historischen Anekdoten und originellen Merksprüchen rund um Gewürz- und Heilkräuter.

Wie 2015 hatten der Förderverein Kultur-& SozialzentrumAumenau e.v. und die Brunnen Apotheke Aumenau zu einer Heilkräuterwanderung unter der Leitung von Magister Botanicus Holger Jordan, Heilkräuterschule Runkel und Sabine Wengenroth, Apothekerin und Heilpraktikerin, eingeladen.

Während der zweistündigen Wanderung entdeckte die Gruppe auf einem Wildacker aber auch Pflanzen, die man in früheren Zeiten handwerklich einsetzte. Stoffe wurden mit den Blättern der Wilden Karde "kardiert~ aufgerauht, und so wetterfest gemacht. Die dornigen Triebe des Hauhechels ließ man bündelweise trocknen um damit Flachs zu ,,hecheln~ zu kämmen.

Mit dem Kraut der gelben Resede, dem Färber-Wau, färbte man Stoffe wie Baumwolle und Leinen gelb.

Und waren Kleidung und Körper ver-schmutzt, konnte man sich mit dem Kraut, der Wurzel und dem Samen des Seifenkrautes eine milde Waschlauge herstellen. Das Kraut wurde im Mittel-alter als Tee bei Leber-, Milz- und Bronchialbeschwerden verwendet. Heute weiß man, dass die oberflächen-aktiven Wirkstoffe (Saponine) antiviral wirken. Aber - Vorsicht! - zu viel davon kann zu Durchfällen führen.

Besonders eindrucksvoll sind Blüten-stand und Wirkung der Mariendistel. Ihre Früchte enthalten u.a. Silymarin, das nicht nur den Stoffwechsel der Leber verbessert, sondern als einzig wirksames Gegengift bei Knollen-blätterpilzvergiftungen klinisch zum Einsatz kommt.

Zum Abschluss wurden die Teilnehmer mit einer Verkostung überrascht, die zeigte, wie einheimische Wildkräuter. z.B. als 7-Kräuter-Pesto (mit Brennes-sel, Dost, Giersch und Spitzwegerich) oder gefüllten Beinwellröllchen den Speisezettel bereichern können. Auch im nächsten Jahr wird wieder eine Heilkräuterwanderung stattfinden. 

Informationen dazu finden Sie zum gegebenen Zeitpunkt auf der Homepage der Heilkräuterschule Runkel, der Brunnen Apotheke Aumenau, sowie der Gemeinde Aumenau.

(Text und Bilder; Sabine Wengerrroth, Aumenau)